Leckagefrei unter extremen Bedingungen: Titelgeschichte in der Ausgabe 6+7/2022 des österreichischen Fachmagazins 'Betriebstechnik'

7 Ausgabe 6/7–2022 COVER Im Unterschied dazu entsteht eine Schneidringverbindung dadurch, dass ein metallener Ring mit zwei Kanten beim Anzug einer Überwurfmutter in die Rohroberfläche – wie der Name schon sagt – einschnei- det . Durch diesen Materialein- schnitt wird die Vibrationsre- sistenz begrenzt. Demgegenüber hat das Um- formsystem eine höhere Aus- reißfestigkeit, die unter extre- men Bedingungen – starken Druckschlägen und vibrieren- den Belastungen wie im Pump- speicherwerk Limmern – einen Sicherheitsvorteil darstellt. Für Maschinen- und An- lagenbauer in besonders si- cherheitskritischen Bereichen, beispielsweise im Schiffbau, in Off-Shore-Anlagen oder in Kran- und Hebezeugen, ist dies ein entscheidendes Argument. Batterie in den Bergen Auch die Kraftwerke Linth- Limmern AG setzt nun auf Stauff Form Evo. Das komplett unterirdisch angelegte Pump- speicherwerk Limmern liegt et- wa 100 km von Zürich entfernt auf rund 1.700 Metern Höhe in den Schweizer Alpen. Pro Se- kunde können 160 Kubikme- ter Wasser vom Limmernsee in den 630 m höher gelegenen Muttsee zurückgepumpt und bei Bedarf wieder zur Strom- produktion abgelassen werden. Die nach einer Bauzeit von rund sieben Jahren 2016/17 sukzessive in Betrieb genom- mene Anlage hat vier Turbinen mit einer Leistung von je 250 MW. Oswald Hauser, Leiter des Ressorts Mechanik, hat sich zusammen mit seinem Instand- haltungsteam dafür entschie- den, die Edelstahl-Schneidring- Verschraubungen im hydrau- lischen Leitungssystem suk- zessive durch das Umform- system STAUFF Form Evo zu ersetzen. „Für uns geht es um Be- triebssicherheit, Leckagesi- cherheit und die Vermeidung von Umweltschäden“, erklärt Oswald Hauser. „Durch den Einsatz eines dauerhaft dich- ten Rohrverbindungssystems senken wir gleichzeitig unseren Aufwand für Wartung und In- standhaltung erheblich.“ Immerhin werden im Pump- speicherwerk Limmern mehre- re Dutzend Kilometer Leitun- gen in dichten Wartungszyklen überprüft. Persönliche Einführung in analoge und digitale Bedienung Eine wichtige Rolle bei sei- ner Entscheidung für STAUFF Form hat die Betreuung durch die Firma Fluidtec gespielt: „Wir sind bei Herrn Bröllos hervorragend aufgehoben. In anderen Funktionsbereichen arbeiten wir seit vielen Jahren Uwe Bröllos (rechts) berät Oswald Hauser (links) und sein Instandhaltungsteam. Foto: Uwe Bröllos STAUFF Form Evo: An das zu verbindende Ende eines konven- tionellen Rohres wird eine Kontur angeformt. Zusammen mit einem herkömmlichen Verschraubungs- körper und einer Überwurfmutter entsteht „Metall auf Metall“ eine formschlüssige, dichte Verbin- dung. Um den einzigen denkba- ren Leckageweg abzudichten, wird vor dem Verschrauben ein Viton ® -Dichtring auf das Rohrende aufgeschoben. Fotos: STAUFF

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